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Basilikum aus dem Supermarkt retten: So hält er oft den ganzen Sommer

Basilikum aus dem Supermarkt geht meist nicht ein, weil du etwas falsch machst, sondern weil in einem Topf zu viele Pflanzen zu dicht stehen. Die Rettung: den Topf am Tag des Kaufs in zwei bis drei Portionen teilen, in größere Töpfe mit frischer Erde setzen, warm und hell stellen und richtig ernten. So hält Basilikum oft den ganzen Sommer statt einer Woche. Hier steht, wie es geht, woran du Probleme erkennst und was im Winter anders ist.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Problem: In einem Supermarkt-Topf stehen oft zwanzig und mehr Pflänzchen, die sich um Wasser, Licht und Nährstoffe streiten.
  • Die Lösung: teilen und umtopfen, am besten gleich nach dem Kauf.
  • Standort: warm und hell, aber keine pralle Mittagssonne hinter Glas. Nicht unter etwa 12 Grad.
  • Gießen: lieber von unten und regelmäßig, aber keine Staunässe.
  • Ernten: ganze Triebspitzen über einem Blattpaar abschneiden, nie einzelne Blätter abzupfen.

Warum Supermarkt-Basilikum so schnell eingeht

Du hast den Topf gekauft, er sah üppig aus – und eine Woche später hängen die Blätter, die Stängel werden unten braun, und dann ist es vorbei. Das liegt meist nicht an dir. Es hat mehrere Gründe, die zusammenkommen:

  • Viel zu dicht gesät. In einem Topf stecken nicht eine, sondern viele Pflanzen. Im Regal sieht das voll aus, aber jede einzelne bekommt zu wenig Wasser, Licht und Nahrung.
  • Schnell hochgezogen. Die Töpfe werden in kurzer Zeit im Gewächshaus herangezogen. Das macht sie schnell schön, aber nicht robust.
  • Stress auf dem Weg. Transport, warmes Ladenregal, dann deine Küche – solche Wechsel sieht man der Pflanze oft erst nach ein paar Tagen an.
  • Zu wenig Erde. Basilikum ist ein Starkzehrer, er braucht viele Nährstoffe. Im kleinen Topf ist die Erde schnell ausgelaugt.

So rettest du den Topf: teilen und umtopfen

Am besten machst du das am Tag des Kaufs, spätestens in den ersten Tagen.

  1. Pflanze aus dem Plastiktopf lösen. Vorsichtig am Topf drücken und den Wurzelballen herausziehen.
  2. Den Ballen teilen. Mit den Händen behutsam in zwei bis drei Portionen auseinanderziehen. Ein paar Wurzeln reißen dabei – das ist normal.
  3. Größere Töpfe vorbereiten. Mindestens zwölf bis fünfzehn Zentimeter Durchmesser, mit Abzugsloch. Über das Loch eine Tonscherbe oder etwas Blähton, damit kein Wasser steht.
  4. Einpflanzen. Gemüse- oder gute Blumenerde einfüllen (spezielle Kräutererde ist oft zu nährstoffarm für Basilikum), die Portionen einsetzen, gut andrücken und kräftig angießen.
  5. Warm und hell stellen. Ein Ost- oder Westfenster ist ideal. Hinter einer Südscheibe im Sommer lieber etwas Abstand zum Glas halten.

Was du danach erwarten kannst: Die ersten etwa zehn Tage passiert scheinbar wenig, weil die Pflanzen erst neue Wurzeln bilden. Nach zwei bis drei Wochen siehst du, welche Portionen es schaffen. Nicht alle überleben, aber die kräftigen wachsen deutlich weiter. Ab dann alle zwei bis vier Wochen schwach flüssig düngen, zum Beispiel mit einem Kräuter- oder Gemüsedünger.

Richtig ernten: der wichtigste Trick

Zupf möglichst keine einzelnen Blätter ab. Schneide stattdessen immer eine ganze Triebspitze knapp über einem Blattpaar ab. An dieser Stelle verzweigt sich die Pflanze und treibt zwei neue Triebe – sie wird buschiger. Wer nur Blätter abzupft, bekommt einen kahlen Stängel, an dem nichts mehr nachkommt.

Wenn sich oben Blütenknospen zeigen, schneide sie ab. Sobald Basilikum blüht, steckt er seine Kraft in die Blüte, und die Blätter werden weniger und oft bitterer.

Gießen: nicht zu viel, nicht zu wenig

Basilikum mag gleichmäßig feuchte Erde, aber keine nassen Füße.

  • Gieß am besten von unten in den Untersetzer und kipp das Wasser weg, das nach einer halben Stunde noch übrig ist.
  • Gieß möglichst morgens, dann trocknet die Oberfläche bis zum Abend ab.
  • Lieber regelmäßig kleine Mengen als selten viel.

Von unten gießen hat noch einen Vorteil: Die Erdoberfläche bleibt trockener, und Trauermücken finden weniger Platz für ihre Eier. Mehr dazu in Trauermücken loswerden.

Woran du Probleme erkennst

Was du siehst Mögliche Ursache Was hilft
Blätter hängen schlaff zu trocken oder, seltener, zu nass und Wurzeln faulen Erde prüfen: trocken → gießen; nass → Untersetzer leeren, weniger gießen
Stängel unten braun und weich Staunässe, Fäulnis betroffene Pflanzen entfernen, trockener halten, Topf mit Abzugsloch
Gelbe Blätter zu wenig Nährstoffe oder zu nass umtopfen, schwach düngen, weniger gießen
Schwarze Flecken auf den Blättern Kälte, zum Beispiel am kalten Fenster oder nach dem Transport wärmer stellen, befallene Blätter abschneiden
Gelbliche Flecken oben, grau-violetter Belag auf der Blattunterseite Falscher Mehltau, eine Pilzkrankheit befallene Triebe entsorgen, luftiger stellen, Blätter beim Gießen nicht benetzen
Lange, dünne Triebe mit wenig Blättern zu wenig Licht hellerer Platz, Triebspitzen einkürzen
Kleine Mücken fliegen auf Trauermücken durch feuchte Erde von unten gießen, Gelbtafeln, Oberfläche trocken halten

Basilikum im Herbst und Winter

Im Winter ist Basilikum auf der Fensterbank schwierig. Er braucht viel Licht und Wärme, und beides ist dann knapp. Direkt an der kalten Scheibe oder über Nacht bei gekipptem Fenster können die Blätter schwarz werden – unter etwa 12 Grad fühlt er sich nicht mehr wohl.

Was helfen kann:

  • Den hellsten Platz in der Wohnung wählen, aber nicht direkt an der kalten Scheibe.
  • Sparsam gießen, weil die Pflanze im Winter langsamer wächst.
  • Eine Pflanzenleuchte mit vollem Farbspektrum, wenn du den ganzen Winter ernten willst.
  • Oder bewusst neu kaufen: Wenn der Basilikum im Winter nicht mehr mag, ist das keine Niederlage. Im Frühjahr teilst du einfach einen neuen Topf.

Leichter durch den Winter kommen andere Kräuter aus dem Supermarkt: Schnittlauch zum Beispiel ist mehrjährig und winterhart, er kann nach dem Teilen in einen größeren Topf auf den Balkon oder ins Beet. Im Herbst zieht er ein, und im Frühjahr kommt er wieder.

Die anderen Kräutertöpfe im Regal

  • Schnittlauch: teilen wie Basilikum, aber in zwei bis drei kräftige Horste. Mehrjährig, hält oft jahrelang. Achtung: Als Lauchgewächs ist er für Hunde und Katzen in größeren Mengen giftig.
  • Minze: lässt sich mühelos teilen und wächst dann kräftig. Im Beet am besten in einem Topf ohne Boden eingraben, sonst breitet sie sich stark aus.
  • Petersilie: lässt sich teilen und hält dann länger. Sie ist aber zweijährig und blüht im zweiten Jahr, danach ist sie durch.
  • Koriander: reagiert empfindlich aufs Teilen und schießt dann schnell in die Blüte. Besser dicht aussäen und jung ernten.

Aus einem Topf werden viele: Stecklinge

Beim Teilen und Ernten fallen immer Triebspitzen an. Die kannst du bewurzeln: eine acht bis zwölf Zentimeter lange Spitze knapp unter einem Blattknoten abschneiden, die unteren Blätter entfernen und in ein Glas mit Wasser stellen. Alle zwei Tage das Wasser wechseln. Nach etwa ein bis zwei Wochen zeigen sich Wurzeln, und sobald sie etwa einen Zentimeter lang sind, kommt der Steckling in Erde. So wird aus einem Topf nach und nach eine ganze Reihe Pflanzen.

Häufige Fragen

Wie lange hält Basilikum aus dem Supermarkt?

Ungeteilt oft nur ein bis zwei Wochen. Geteilt, umgetopft und richtig geerntet kann er den ganzen Sommer halten. Der übliche Genoveser Basilikum aus dem Supermarkt ist bei uns in der Regel einjährig, spätestens im Herbst oder Winter lässt er nach. Es gibt mehrjährige Sorten wie Strauchbasilikum, die findest du eher in Gärtnereien.

Kann ich Basilikum auf den Balkon stellen?

Ja, im Sommer gern – nach den Eisheiligen Mitte Mai an einen warmen, geschützten Platz. Gewöhne ihn in den ersten Tagen langsam an die Sonne, sonst verbrennen die Blätter. Sobald die Nächte kühler als etwa 12 Grad werden, kommt er wieder rein.

Warum wird mein Basilikum bitter?

Meist, weil er blüht oder die Blätter schon älter sind. Schneide Blütenansätze früh ab und ernte regelmäßig die Triebspitzen, dann bleiben die Blätter zart.

Kann ich Basilikum einfrieren?

Ja, am besten fein gehackt mit etwas Öl in Eiswürfelförmchen oder als Pesto. Ganze Blätter werden beim Auftauen schwarz und matschig, schmecken aber in warmen Gerichten noch gut.

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Oma Rosi

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